Redebedarf! Ein Forum für Wissenschafts-Praxis-Transfer

25 03 2021

Das Forum für Wissenschafts- und Praxis-Transfer habe ich nach Gesprächen mit ehemaligen Praktikant·innen, die allesamt selbst berufstätig sind, ins Leben gerufen. Uns ist es ein Anliegen, eine Möglichkeit zu finden, den Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft aufrecht zu erhalten. Dreh- und Angelpunkt des Forums ist der Spagat zwischen Forschen und Machen, das Zuhören und Kommunizieren zweier Seiten, die am selben Ziel arbeiten, und doch so oft aneinander vorbeidenken. Wir treffen uns — derzeit online — mehrmals im Jahr im kleinen Kreis zu einem Impulsvortrag und diskutieren ein spezifisches Thema. Vergangene Treffen drehten sich zum Beispiel um die Rolle von Intelligenz im Beruf, Urteilsverzerrungen und Urteilsfehler in der Personalauswahl sowie die Trainierbarkeit von Kreativität.

Unsere Themen stehen in der Rubrik Termine.
Eine Teilnahme ist ausschließlich auf Einladung möglich.

Neu: Sprechstunde rund um die Organisation von Arbeit, Personalauswahl und Innovation

23 02 2021

Einfach mal darüber reden! Und zwar mit einer möglichst neutralen Person. Das ist es, was hilft, wenn Sie in einer Sache feststecken oder eine neue Idee, eine andere Perspektive brauchen.

In der englischen Sprache gibt es dafür den Ausdruck „to pick someone‘s brain“. Er steht für das Befragen einer Person, die sich in dem geforderten Bereich gut auskennt — oder kurz: Sich von jemandem Ideen holen.
Meine Sprechstunde bietet genau das: Als Arbeits- und Organisationspsychologin bin ich Expertin für Menschen und Arbeit. Gern mache ich mir mit Ihnen gemeinsam Gedanken, wie Sie Ihr Arbeitsthema zielführend lösen könnten und gebe neue Impulse.

Eine Übersicht meiner Sprechstundentermine finden Sie hier. Zur Terminvereinbarung senden Sie bitte eine kurze E-Mail mit Ihrer Fragestellung, so dass ich diese besser einordnen kann. Die Sprechstunde selbst findet via Zoom oder telefonisch statt.

Und das Beste an der Sprechstunde? Fragen kostet erstmal nichts!

„Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“ — oder: Warum mir Lehre wichtig ist.

13 11 2020

Vor einigen Wochen begann das Semester an der Universität Gent, an der ich Gastprofessorin bin und eine Vorlesung über Menschen, ihre Arbeitsmotivation und ihre Zusammenarbeit in Organisationen halte. Obwohl ich durch meine Beratung, meine Rolle bei Himmelreich Architektur, meine Aufgaben im Herausgeberteam des JPP, sowie eigene Forschungsprojekte schon sehr volle Arbeitswochen habe, ist es für mich so wichtig, weiterhin eigene Lehre zu betreiben, dass ich mich dafür gern während des Semesters in die Mehrarbeit stürze.

Das Verhältnis zwischen Praxisorientierung und Wissenschaftlichkeit

Die Ausbildung an den Universitäten geht viel zu oft an den Bedürfnissen der Unternehmen vorbei. Studierende lernen viel Theorie und noch mehr Modelle, aber was diese für die Praxis bedeuten und wie sie dann tatsächlich nutzbar gemacht werden können, kann oft nicht mehr vermittelt werden. Hinzu kommt die Komplikation, dass „in der echten Welt“ eben nicht alles so sauber und einfach ist und isoliert betrachtet werden kann, wie in der Theorie. Man muss in der Praxis wissen, welche Kompromisse man eingehen möchte/muss und von welchen man tunlichst die Finger lassen sollte.

Evidence-based I–O Psychology

Gleichzeitig gibt es so viele fundierte, geprüfte Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die nicht in die Praxis transportiert und übersetzt werden. Der Ruf nach einem evidenzbasierten* Vorgehen bei praktischen Fragestellungen ist zwar laut unter uns Wissenschaftler·innen — aber weil Wissenschaftler·innen nicht an ihrem Beitrag zur Praxis gemessen werden, halten wir uns dann schlussendlich doch aus den von uns selbst geforderten Debatten heraus, überlassen nicht-qualifizierten Laien das Feld und lassen damit zu, dass zweifelhafte Entscheidungen getroffen werden und ungeeignete Methoden zum Einsatz kommen, die wirtschaftlichen Erfolg und menschliches Wohlergehen untergraben.

Warum Lehre?

Ich erinnere mich an meine eigene Studienzeit; wie ich jedes Mal die Vorträge von Praktiker·innen aufgesogen habe, und wie viel klarer mir mit jeder dieser Begegnungen die Bedeutung dessen wurde, was uns in den Vorlesungen und Seminaren vermittelt wird. Ich hatte damals zusätzlich das große Glück, einen wirklich sehr guten Dozenten in der Organisationspsychologie hören zu dürfen. Seitdem sind einige Jahre vergangen, in denen ich sowohl als Wissenschaftlerin als auch als Praktikerin tätig war. Meine Einsichten möchte ich gern weitergeben, damit es anderen hoffentlich genauso geht, wie mir damals. Organisationspsychologie ist soviel mehr als nur trockene Theorie und Zahlenschubserei: Unternehmen sind nicht abstrakte, statische Gebilde, und Mitarbeiter·innen sind Menschen mit eigenen Gedanken, Bedürfnissen, und Eigenarten. Wissenschaft und Praxis können viel voneinander lernen. Ich sehe mich als Vermittlerin zwischen beiden Welten.

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*evidenzbasiertes Vorgehen: Entscheidungen und Vorgehensweisen orientieren sich an Erkenntnissen aus der Forschung (vgl. Briner & Rousseau, 2011 und die nachfolgende Debatte, z. B. hier). Die Schwierigkeit dabei ist, dass Forschung stets neue Erkenntnisse liefert, die Handlungsempfehlungen müssen demnach regelmäßig angepasst oder verfeinert werden.

Geht das nicht auch online? Ja!

19 03 2020

Über Jahre hinweg habe ich an der FernUniversität in Hagen online Seminare abgehalten und mich nun sehr darauf gefreut, dass ich in meiner eigenen Beratung endlich meinen Kund*innen von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen darf, denn dieser unmittelbare Kontakt fühlt sich für alle Seiten besser an. Nicht umsonst gibt es eine große Menge an Forschung, die beleuchtet, was rein virtueller Kontakt mit Menschen macht, wie virtuelle Teams zusammenarbeiten, wie man Menschlichkeit und Vertrauen in virtuellen Beziehungen entwickeln kann (z.b. Crisp & Jarvenpaa, 2013; Gilson, Maynard, Young, Vartiainen, & Hakonen, 2015; Romeike, Wohlers, Hertel, & Schewe, 2016).

Mein Konzept für Online-Seminare

Bedingt durch die aktuellen Ereignisse, besinne ich mich zurück auf meine alten Arbeitsweisen: Ich werde meine Seminare nun auch online anbieten. Auf Grund meiner Erfahrungen mit Online-Lehre möchte ich die Seminare klein halten, in Gruppen von 2-5 Personen – so können wir besser und unmittelbarer interagieren. Längere Veranstaltungen werde ich auf mehrere Tage in Sitzungen von 45 bis 90 Minuten aufteilen, damit Sie nicht zu lange vor dem Bildschirm ausharren müssen und aufnahmefähig bleiben – online-Seminare schlauchen ganz schön!

Welche Seminare wird es online geben?

Das kommt ganz darauf an, was Sie brauchen! Ich werde in den nächsten Tagen die Veranstaltungen, die ich „in der Pipeline“ habe, unter der Rubrik Termine veröffentlichen; allerdings ohne Terminangabe. Kontaktieren Sie mich und ich koordiniere passende Termine mit anderen Interessent*innen. Selbstverständlich können Sie ein Seminar auch nur für sich alleine buchen: Mir ist es wichtiger, dass Sie gut lernen können, als dass ich den Termin „voll bekomme“.

Es ist eine gute Zeit, um daheim zu bleiben und durch eine Weiterbildung in die Zukunft zu investieren. Nutzen Sie diese Gelegenheit. Damit wir nach dieser Krise besser aufgestellt sind als vorher. Vor allem aber: Bleiben Sie gesund!

Ihre
Petra Gelléri

Laufende Studie: Was beeinflusst die Entscheidung zu selbständiger vs. angestellter Tätigkeit?

17 01 2020

An der FernUniversität in Hagen gehen meine Kollegin Johanna Kreft und ich zusammen mit unserem Masterstudenten Wolfgang Häcker gerade der Frage auf den Grund, warum manche Menschen lieber angestellt tätig sind und andere lieber selbständig arbeiten. Uns interessiert dabei insbesondere das Arbeitsumfeld der aktuellen oder letzten angestellten Tätigkeit, also inwieweit dieses Umfeld eine Entscheidung beeinflussen kann.

Als Forschende sind wir natürlich sehr neugierig, deshalb ist unser Fragebogen etwas lang geraten. Wir freuen uns daher besonders über jede Person, die an unserer Online-Umfrage teilnimmt. Die Daten werden selbstverständlich anonymisiert verwendet und vertraulich behandelt. Weiteres dazu können Sie zu Beginn der Umfrage nachlesen, die über die Befragungsplattform der FernUniversität in Hagen erreichbar ist. Die Umfrage finden Sie unter folgendem Link:
https://ww2.unipark.de/uc/M_AO_Kreft/0492/?a=1

Eine kurze Zusammenfassung unserer Ergebnisse werde ich später, wenn es soweit ist, hier teilen.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Herzlich willkommen!

26 11 2019
Portrait von Dr. Petra Gelléri – Institut für interdisziplinäre Innovationsförderung

Seit 15 Jahren beschäftige ich mich in meiner Forschung und Lehre leidenschaftlich gern mit den Themen Personalauswahl und Innovativität – so gern, dass ich diese Leidenschaft mit anderen teilen möchte. Aus diesem Grund habe ich nun meine eigene Unternehmensberatung gegründet.
Als Forscherin denke ich, dass fundierte Erkenntnisse, die in der Wissenschaft in mühevoller Arbeit studiert werden, leichter für alle Menschen nutzbar gemacht werden müssen. Der Ansatz meiner Personal- und Innovationsberatung ist daher, dieses Wissen für Sie zugänglich machen.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmensberatungen geht es mir nicht darum, Ihnen ein fertiges Verfahren zu überreichen. Sie begegnen in Ihrem Leben vielen unterschiedlichen Situationen, und jede dieser Situationen kann eine neue Lösung erfordern. Das Wissen, das ich Ihnen vermittle, ist das, was Ihnen dabei hilft, jedes Mal angemessen auf diese neuen Situationen reagieren zu können: Situationen zu verstehen, Entscheidungen bewusst zu treffen, überzeugende Argumente zu haben und zur richtigen Zeit die richtigen und kritischen Fragen zu stellen.

Ich konzentriere mich auf zwei Themengebiete: professionelle Personalauswahl und Förderung von Innovativität.

Die richtigen Personen für die richtige Stelle auszuwählen ist kein Hexenwerk. Im Gegenteil, es gibt wissenschaftlich fundierte Prinzipien und Vorgehensweisen. Man muss diese bloß kennen und darf sich nicht ablenken lassen von den Versprechungen unzähliger unseriöser Anbieter.
Weil ich weiß, dass eine gute Personalauswahl die Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit in Organisationen ist, ist es mein Ziel, die Prinzipien dieser professionellen Personalauswahl Personalentscheidern zugänglich zu machen. Dazu zählen kleine Unternehmen und Startups, die ihre Personalentscheidungen selbst in die Hand nehmen müssen, genauso wie Führungskräfte größerer Unternehmen und Einrichtungen, die für sich verstehen wollen, wie Eignungsdiagnostik funktioniert, um selbst besser agieren und kommunizieren zu können.

Zur Innovativität: Innovationskraft ist beeinflussbar und situationsabhängig. Was Sie tun können, um Ihre Kreativität zu steigern und die Situation in Ihrer Organisation innovationsförderlicher zu gestalten, wird in einer fast schon unübersichtlichen Vielzahl an Studien behandelt. Die Erkenntnisse dieser Studien lassen sich aber in praktikable Maßnahmen übersetzen – und ich helfe Ihnen dabei, die entscheidenden Stellschrauben zu identifizieren und zu aktivieren. Dabei reichen unsere Möglichkeiten von der Steigerung individueller Kreativität mit Hilfe bestimmter Techniken, bis hin zu der Gestaltung von Arbeit und organisationalem Umfeld.

Daraus entstehen für Sie individuelle Seminare, Trainings, Workshops, Vorträge oder Einzelberatung.
Ich freue mich darauf, mit Ihnen zusammenzuarbeiten!